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HNO-Praxis Wünstel Münster

Special: Erkältung oder Heuschnupfen?

Zurzeit haben wir sehr stark wechselnde Wetterbedingungen. Viele Leute leiden unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Niesen, Nasenlaufen, Behinderung der Nasenatmung, gelegentlich wird auch ein Jucken der Haut beschrieben, zum Teil einhergehend mit starken Krankheitsgefühl.

Zur Jahreszeit passend glauben viele Leute an eine Erkältungskrankheit. Das ist auch in vielen Fällen richtig: Durch das nahe Zusammenleben und das schlechtere Lüften der Räume bei kaltem Wetter können sich Erkältungsviren in der Umgebung ausbreiten. Leider hat sich das Husten in die Ellenbeuge noch nicht ganz durchgesetzt. Dies wird aber seit der Schweine- und Vogelgrippe als Hustenschutz empfohlen.

Das Trinken von Erkältungstees, wie Ingwer oder auch Kamille, ist eine zusätzliche Methode, um eine Beschwerdelinderung zu erreichen, die oft erst nach zwei bis sechs Wochen erfolgt.

Diese „winterlichen Erkältungskrankheiten“ kommen bei vielen Patienten seit Jahren vor und sind schon so etwas wie eine Gewohnheit im Winter. Sinnvoll ist es, in dem Zusammenhang einen Hals-Nasen-Ohrenfacharzt aufzusuchen, der genau schaut, ob anatomische Engpässe wie eine krumme Nasenscheidewand oder eine Verengung der Ausführungsgänge der Nebenhöhlen vorhanden sind, die sich begünstigend auf solche Erkältungskrankheiten auswirken.

Allergien als mögliche Ursache

Oft wird nicht daran gedacht, dass dieselben Beschwerden auch durch Allergien ausgelöst werden können. Häufig sind im Winter Allergene wie Hausstaubmilben und Pilzallergene sowie auch früh blühende Bäume (z. B. die Haselnuss) die Ursache.

Die ungünstige Witterungssituation im letzten Herbst und diesem Winter führte außerdem zu einer starken Pilzvermehrung. Pilze können sowohl Allergene als auch giftige Substanzen sein, die auf den Schleimhäuten Schäden anrichten. Viele Leute glauben, dass Pilze ein Problem von schlechten Badezimmern sind. Dies ist jedoch nur zum Teil richtig: Wenn die Außentemperatur zwischen 12 und 16 Grad liegt und die Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist – wie es von Oktober bis in den Januar der Fall war – können sich auch draußen extrem viele Pilze vermehren.

Wenn es kalt wird, drehen wir die Heizungen auf und schaffen damit günstige Bedingungen für die Vermehrung von Hausstaubmilben. In diesem Winter kam noch dazu, dass es sehr feucht war. Durch Lüften haben wir somit in unseren Räumen eine höhere Luftfeuchtigkeit erzeugt und die Bedingungen für die Milben dadurch verbessert. Somit hatten wir praktisch vier Monate lang eine sehr starke Milbenbelastung.

Als nächstes Allergen sind noch die frühblühenden Bäume zu nennen, die schon jetzt in einigen Regionen blühen. Die Haselnussblütenrispen sieht man zurzeit an vielen Bäumen. Wenn ein bis zwei schöne Sonnentage kommen, verteilen sie ihre Pollen – oftmals bis in den hintersten Winkel Ihrer Wohnung.

Alle drei Allergenbereiche können ähnliche Symptome auslösen wie ein Schnupfen. Letztendliche Klärung kann nur ein Allergietest bei einem Fachmann bringen. Wenn Allergien bekannt sind, gibt es mehrere Konzepte:

Schulmedizinisch können zunächst Tabletten infrage kommen – als einfachstes Mittel sollte eine Calcium-Tablette angewendet werden, die in vielen Fällen bereits Linderung bringt.

Die sogenannte „spezifische Immuntherapie“ ist eine Spritzenkur, die dazu führt, dass die Allergie im Blut stattfindet und die Haut außen keine Antikörper mehr bildet, weshalb die Allergie auf der Hautoberfläche nicht mehr stattfindet.

Gegen die Pilze draußen kann man sich leider kaum wehren, gegen Hausstaubmilben hingegen schon. Glatte Oberflächen, die regelmäßig gewischt werden, enthalten keine Hausstaubmilben. Feder- bzw. Oberbetten und Teppiche sind allerdings meist sehr stark befallen. Ein regelmäßiges wischen, reinigen und säubern der Räume ist daher wichtig.

Da die meisten Leute ihre Kleidung täglich wechseln, wird oft nicht daran gedacht, dass auch Kleidung ein sehr starker Vermehrungsort für Milben ist. Gerade Jacketts oder Schals werden meist nicht regelmäßig gewaschen. Hautschuppen, die sich in den Materialien ablagern, können zu starken Milbenproportionen führen. Hier hilft nur regelmäßiges Waschen und Reinigen.

Da Baumpollenallergien zum Teil sehr starke allergische Reaktionen auslösen können, die auch Schleimhautschäden wie kleine Geschwüre und Nasenbluten auslösen können, sollte in jedem Fall eine genaue Diagnostik erfolgen. Zum Teil können mit alternativen Verfahren wie Akupunktur oder Bioresonanztherapie interessante Ergebnisse sowie eine deutliche Befundlinderung erreicht werden.