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Winter 2023/24 – Stimmstörung?

Unsere Stimme ist elementarer Bestandteil unserer Persönlichkeit: Sie ist einzigartig und wir nutzen sie ein Leben lang – angefangen mit dem ersten Schrei als Baby. Liegt eine Stimmstörung (Dysphonie) vor, kann dies Betroffene mitunter stark belasten. Die Mitteilungsfähigkeit ist eingeschränkt und das Sozialleben leidet. Je nach Beruf können Stimmstörungen langfristig sogar existenzbedrohend sein.

Stimmbildung – wie wird die Stimme erzeugt?

Zum Stimmapparat gehört der gesamte obere und untere Atemtrakt. Bei der Stimmbildung nimmt der Kehlkopf, das Verbindungsstück zwischen Rachen und Luftröhre, eine zentrale Rolle ein. Hier befinden sich u. a. die Stimmlippen – umgangssprachlich wird oft von Stimmbändern gesprochen, wenn eigentlich die Stimmlippen gemeint sind. Bei den Atemvorgängen sind die Stimmlippen voneinander entfernt, sodass die Luft ungehindert ein- und ausströmen kann. Sollen (Sprach-)Töne erzeugt werden, liegen die Stimmlippen aneinander – der Luftstrom versetzt sie in Schwingungen. Dies geschieht beim Ausatmen. Je nach Spannung der Stimmlippen sind die erzeugten Töne unterschiedlich hoch. Der Resonanzraum oberhalb des Kehlkopfes ist nun dafür verantwortlich, aus den Tönen eine Stimme mit individuellem Klang zu formen.

Arten von Stimmstörungen

Eine Stimmstörung kann verschiedenste Ursachen haben. Meist werden Dysphonien in drei Kategorien unterteilt, obwohl die Abgrenzungen nicht immer eindeutig sind:

  • Organische Dysphonie: Die Stimmstörung hat ihre Ursache in einer krankhaften Veränderung der stimmbildenden Organe.
  • Funktionale Dysphonie: Der Stimmapparat wird fehlerhaft genutzt, was zu einer Stimmstörung führt.
  • Psychogene Dysphonie: Traumatische Ereignisse führen zu einer Dysphonie oder sogar einer Aphonie (Stimmlosigkeit). Teilweise ist die Unterscheidung zur funktionalen Dysphonie schwierig.

Umfassende Diagnostik

Bei Stimmstörungen muss eine gründliche Diagnostik erfolgen, um die weitere Behandlung präzise abstimmen zu können. Neben der Anamnese (Krankengeschichte) ist eine erste subjektive Beurteilung (u. a. Stimmklang, Sprechstimmlage, Stimmeinsatz, Atmung) wichtig. Die gewonnen Eindrücke können mit unterschiedlichen technischen Verfahren, wie z.B. der Stimmschallanalyse mittels Spektrografie, abgesichert werden. Den wichtigsten Anteil an der Diagnostik organischer Stimmstörungen hat die Spiegelung des Kehlkopfes – das Schwingungsverhalten der Stimmlippen wird meist mittels Stroboskopie festgestellt.

Interdisziplinäre Behandlung

Je nach Ursache der Stimmstörung stehen nicht selten fächerübergreifende Behandlungsansätze im Fokus – insbesondere die sogenannte „Sandwich-Technik“ Logopädie-Chirurgie-Logopädie. Stimmübungen, Atemtechniken und Sprechtraining sind meist Bestandteil der Behandlung. Liegt eine psychogene Dysphonie vor, ist zudem Hilfe durch einen Psychiater bzw. Psychotherapeuten naheliegend.

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